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18.01.10 12:43
Herren 1: Remis nach dramatischen Schlussminuten

Floorball Thurgau gab sich im Spiel gegen die Vipers trotz Rückstand nie auf und erlebte Schlussminuten, wie sie im Drehbuch eines Thrillers stehen könnten.

Dass das Unihockeyteam Floorball Thurgau im Kampf gegen den Abstieg unbedingt Punkte aus der Innerschweiz entführen wollten, war Ihnen bereits im Vorfeld der Partie anzumerken.

So starteten die Thurgauer auch furios ins Spiel und drückten von Beginn an gewaltig aufs Tempo. In den ersten zehn Spielminuten konnten sich die Vipers Innerschwyz, welche sich mit einem Sieg aus dem Abstiegskampf verabschieden wollten, kaum aus der eigenen Zone retten. Wie so oft aber, konnte Floorball Thurgau aus solchen Situationen zuwenig Nutzen ziehen, Tore blieben trotz guter Möglichkeiten aus. Danach konnten sich die Innerschweizer etwas erholen und kamen dank individuellen Fehlern in der Reihe von Thurgau zu ersten Torchancen. In der 17. Spielminute konnte Sutter den überfälligen Führungstreffer erzielen, indem er einen Konter mit einem satten Schuss abschloss. Die Thurgauer freuten sich aber wohl zu fest über den Treffer, sodass die Vipers gerade mal zwölf Sekunden später nach einer Unachtsamkeit ausgleichen konnte. Mit dem Spielstand von 1:1 endete das erste Drittel.

Den Thurgauern wurde im ersten Drittel aufgezeigt, dass ein Sieg mit dieser Leistung durchaus in Reichweite liegt, so starteten sie auch in den Mittelabschnitt druckvoll. Der Ball rollte weiterhin meist in den Reihen der Ostschweizer, welche sich geduldig Torabschlüsse erarbeiteten. So konnte Huber in der 32. Minute zur erneuten Führung einschieben. Die Schwyzer kamen danach etwas besser ins Spiel, deren Vorstösse wurden aber immer wieder vorzeitig abgefangen. Überhaupt konnte sich Thurgau auf eine starke und kompakte Defensive verlassen.

Nur das gegnerische Powerplay vermochte Thurgau zu beunruhigen, doch genau dieses war es, welche drei Minuten vor Ende des zweiten Drittels den erneuten Ausgleich erzielte.

Tor oder doch nicht?

Floorball Thurgau wollte dem Gegner mit viel Ballbesitz auch im letzten Drittel ihr Spiel aufzwingen und so die Chancen auf drei Punkte weiterhin hochhalten. Als aber bereits nach drei Minuten ein Spieler auf Seite der Thurgauer sich auf die Strafbank begeben musste, wurde Torhüter Oertig auf die Probe gestellt, welcher sein Team mit einer starken Leistung aber im Spiel hielt. In der 48. Spielminute musste er sich aber geschlagen geben, als den Vipers Innerschwyz mit einem Doppelschlag innert 21 Sekunden eine vermeintliche Vorentscheidung gelang. Doch die Thurgauer glaubten trotz diesem Rückschlag weiter an ihre Siegeschancen und stürmten nach vorne. Arni hauchte den Gästen mit einem Weitschuss ins Tor der Schwyzer wieder die Hoffnung ein. Thurgau rannte weiter an, der 4:4 Ausgleich wäre verdient gewesen, jedoch wollte der Ball einfach nicht ins Netz. Die Partie war bereits in der letzten Spielminute angekommen und die Einheimischen Fans bejubelten bereits den Sieg ihrer Mannschaft. Mit dem letzten Angriff und einer hohen Auslösung von Thurgau 15 Sekunden vor der Schlusssirene kam der Ball vor das Tor, wo Fuchs spektakulär Volley einschiessen konnte. Der Jubel bei den Thurgauern war riesig.

Kaum war der Ball wieder im Spiel stürmten die Vipers wild nach vorne und wollten trotzdem den Sieg noch nach Hause bringen, tatsächlich schossen sie 2 Sekunden vor Ende der Partie noch ins Thurgauer Tor ein, die Innerschweizer bejubelten bereits ihren sichergeglaubten Sieg. Doch die Reklamationen auf Thurgauer Seite fielen heftig aus, denn der Torhüter wurde klar behindert, ein Gegenspieler lag im Torraum und verunmöglichte eine Parade. Nach langem Diskutieren, aberkannten die Schiedsrichter, welche die Partie souverän leiteten, das Tor wohl zurecht. Die Reaktionen der Vipers blieben natürlich nicht aus, so wurde der Innerschweizer Captain für zwei Minuten auf die Strafbank verbannt. In der Verlängerung konnten die Thurgauer daraus aber keinen Nutzen ziehen. Die grösste Möglichkeit im Anschluss ans Powerplay hatten die Vipers, welche noch den Pfosten trafen. Doch dabei blieb es, die Partie endete nach einem spannenden Schlussfurioso unentschieden. Wirklich glücklich konnte nach dem Schlusspfiff keines der beiden Teams sein, Vipers Innerschwyz konnte sich zwar weiter von den Abstiegsplätzen fernhalten stellte den Ligaerhalt aber noch nicht definitiv sicher. Floorball Thurgau konnte sich zwar glücklich schätzen, trotz eines 2-Tore Rückstands und dem späten Ausgleich doch noch einen Punkt ergattert zu haben. Jedoch war dem Team um Trainer Kradolfer auch klar, dass im Mittelabschnitt mit einem weiteren Tor die Vorentscheidung wohl gefallen wäre und weitere Punkte hätten gesammelt werden können. Somit bleiben die Ostschweizer noch einen Punkt hinter dem rettenden achten Rang. Mit dem Wissen, eine starke Partie gespielt zu haben, warten die Thurgauer aber optimistisch auf den nächsten Gegner Jona-Uznach Flames, welche nächsten Sonntag in Weinfelden gastieren.

Vipers Innerschwyz – Floorball Thurgau 4:4 (1:1/1:1/2:2)

Kollegi, Schwyz – 95 Zuschauer 



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Floorball Thurgau
Aktualisiert am 10.03.10 23:10, rm
creator: david wälchli